Wenkenhofgespräche 2009
Gesellschaft im Wandel

Freitag, 15. Mai, 19.30 – 22 Uhr

Moderation Patrick Rohr, Journalist/Moderator («Quer», «Arena», SF1)

Die demografische Entwicklung kündigt grosse Veränderungen an, mit denen sich die heutige Gesellschaft auseinandersetzen muss und welche die künftigen Generationenprägen werden. Mit bekannten Persönlichkeiten und kompetenten Fachleuten möchten die Wenkenhofgespräche einige dieser Aspekte diskutieren, vom Einfluss der älter werdenden Gesellschaft auf die Wirtschaft, auf die Familie und das Zusammenleben, über die Veränderung der Lebensräume bis zu ethischen Fragen, wohin uns dieser Wandel führt.

Einführungs-Referat von Prof. Cornel Sieber unter dem Titel:
«Herausforderungen durch den demografischen Wandel»

Diskussionsteilnehmer
Christine Egerszegi Ständerätin
Roland Ettlin Leiter Finanzberatung Raiffeisen Basel
Judith Giovannelli-Blocher Schriftstellerin und Sozialarbeiterin
Thomas Held Direktor Avenir Suisse
Klara Obermüller Journalistin, Schriftstellerin
Cornel Sieber Prof. Dr. med., Lehrstuhl Innere Medizin-Geriatrie (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg); Präsident der European Academy for Medicine of Ageing (EAMA)

Im Anschluss an den Gesprächsabend sind alle Besucherinnen und Besucher zu einem Apéro in der Reithalle eingeladen, um die Gespräche gemeinsam mit den Referenten zu vertiefen.

 
Statement Prof. Dr. Cornel Sieber «Herausforderungen durch den demografischen Wandel»
Der Begriff demografischer Wandel impliziert, dass sich aufgrund immer weniger jüngerer und parallel dazu immer mehr älterer Menschen Fragen zur Generationenabfolge nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ stellen. Die Möglichkeit für immer mehr Menschen, meist in guter Funktionalität ein hohes Alter zu erreichen, ist dabei vorab als gesellschaftliche Chance zu sehen. Dies gibt es aber nicht zum «Nulltarif».
Dabei sind nicht nur Fragen der Ressourcen-Ethik gemeint, sondern auch Überlegungen zur Sinnhaftigkeit diagnostischer und therapeutischer Leistungen. Dass dies auch von den Betroffenen selbst immer mehr thematisiert wird, ist wichtig und erfreulich. Wenn es um Themata wie Patientenverfügungen und «Begleitung» jedwelcher Schattierung am Lebensende geht, öffnen sich auch bedeutende nationale und internationale Unterschiede, die nur in einem gesamt-gesellschaftlichen Diskurs gelöst werden können.
Da keine andere Bevölkerungsgruppe ausser den Betagten so breit gestreute Lebenserfahrungen wie auch erhoffte noch folgende Lebensentwürfe hat, ergeben sich stimulierende Diskussionsperspektiven, die Inhalt der Wenkenhofgespräche 09 sein wollen.