Wenkenhofgespräche 2008
Vielfalt als Überlebensstrategie?

Samstag, 31. Mai, 17 – 20 Uhr


Moderation Patrick Rohr

Welche Strategie brauchen wir für die Bewältigung unserer Zukunft im Spannungsfeld zwischen Artenvielfalt und Monokultur. Während immer grössere Probleme zur Ernährung und Entwicklung der Menschheit zu bewältigen sind, wird oft gleichzeitig die unberührte Erhaltung der Natur und ihrer Vielfalt gefordert. Themen wie Gentechnologie und Ökologie kommen ebenso zur Sprache wie ökonomische Aspekte, aber auch die Frage, wie soll unsere Umgebung in Zukunft aussehen und was können wir dazu beitragen.

Diskussionsteilnehmer 
Werner Arber Mikrobiologe und Genetiker
Arthur Einsele Internutrition Zürich, Verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit
Florianne Koechlin Biologin, Blauen-Institut
Hansjörg Küster Pflanzenökologe, Universität Hannover, Institut für Geobotanik 

17.00 Uhr Einführung ins Thema, Hansjörg Küster, Pflanzenökologe
17.20 Uhr kurze Pause mit dem David Klein Trio
17.45 Uhr Podiumsdiskussion
19.15 Uhr Musikalischer Abschluss mit dem David Klein Trio und Apéritif

Führung ProSpecieRara durch die Ausstellung um 16 Uhr

Statement von Hansjörg Küster: Vielfalt als Überlebensstrategie?
Wenn immer mehr Monokulturen angelegt werden, ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten bedroht. Warum ist dies ein drängendes Problem, und wie tritt man ihm entgegen? Von vielen «Unkräutern» und «Schädlingen» gehen nicht nur Nachteile aus, sondern sie haben im Gegenteil sogar einen unmittelbaren Nutzen. Besonders wichtig ist aber festzuhalten, dass eine artenarme Welt eine monotone Welt ist, die wir uns nicht wünschen. Wir freuen uns an der Vielfalt, an bunten Blumen, vielfältigen Tieren. Sie haben Bedeutung für unsere Kultur. Jeder kann sich dafür einsetzen, Biodiversität zu bewahren: auch im eigenen Garten und sogar beim Einkaufen, indem man nicht nur immer das Gleiche kauft, sondern den Anbau von alten Kulturpflanzen unterstützt. Dabei wird klar: Viele kleine Entscheidungen für die Vielfalt sind notwendig, und dahinter steht immer eine kulturelle Absicht. Die Bewahrung der Vielfalt ist ein kulturelles Anliegen. Natur sich selbst zu überlassen, ist nicht immer die richtige Strategie, denn auch der natürliche Wandel kann Vielfalt einschränken, die uns wichtig ist.